Symbolbild Klemmbrett

Welche Ausstattung ist bedarfsgerecht?

Fahrzeuge und Technik der Feuerwehr

Aufgabe der Fahrzeug- und Technikkonzeption ist es...


die Anzahl und den Typ der notwendigen Fahrzeuge zu definieren und die richtige Standortverteilung abzuleiten.

Nach Verabschiedung des Feuerwehrbedarfsplans stehen in vielen Feuerwehren Investitionen an, die es konkret umzusetzen gilt. Gerade bei der Erstellung eines Fahrzeugkonzeptes für die Feuerwehr und bei der Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen sind allerdings viele Dinge zu berücksichtigen, die in diesem Artikel beleuchtet werden sollen.
Die Fahrzeugkonzeption in der Feuerwehrbedarfsplanung erfolgt grundsätzlich mit den Leitgedanken:

  • Welche Fahrzeuge fehlen?
  • Auf welche Fahrzeuge kann ggf. verzichtet werden?

Das Ziel ist die Definition einer bedarfsgerechten Ausstattung.

Hierzu erstellen wir in der Feuerwehrbedarfsplanung auf Basis der IST-Struktur ein Fahrzeugkonzept, das relevante Parameter (insbesondere Alter und Größe der Fahrzeuge sowie die Größe der Stellplätze) berücksichtigt. Das Fahrzeugkonzept ist spätestens bei einer Fortschreibung des Bedarfsplans neu zu diskutieren und hinsichtlich Änderungen in der Standortstruktur, Anzahl und Verfügbarkeit der freiwilligen Kräfte sowie Änderungen im Gefahrenpotenzial und in der Normgebung zu bewerten.
Aber auch bereits vor einer turnusmäßigen Fortschreibung, insbesondere in der Umsetzungs- und Beschaffungsphase, können sich vielfältige Fragestellungen ergeben, bei deren Beantwortung wir Sie gerne als kompetenter und verlässlicher Partner beraten und begleiten.

Einsatzbereiche


Aus dem Gefahrenpotenzial und den daraus resultieren Einsatzbereichen, die im Einsatzgebiet abgedeckt werden müssen, ergibt sich die Vorhaltung der jeweiligen Fahrzeugtypen.

Die Darstellungsform und -tiefe von Fahrzeug- und Ausrüstungskonzepten ist nicht verbindlich festgelegt und kann in der Praxis beispielsweise textlich oder tabellarisch erfolgen. Oftmals wird eine sehr detaillierte Betrachtung der individuellen Fahrzeuge durchgeführt, um konkrete (Ersatz-)Beschaffungsfolgen abzuleiten.

Aus bedarfsplanerischer Sicht ist dies nicht immer zwingend erforderlich, da allein die Festlegung des grundsätzlichen Bedarfs an Einsatzmitteln für die strategische Ausrichtung der Feuerwehr bereits hinreichend sein kann. Daher besteht auch die Möglichkeit, das Fahrzeugkonzept mit der Einteilung nach Einsatzbereichen und möglichen Fahrzeugtypen zu erstellen.

Dabei wird zunächst festgelegt, welche Einsatzbereiche überhaupt im kommunalen Gebiet abgedeckt werden müssen und welche Fahrzeugausstattung demnach auf Stadt- bzw. Gemeindeebene insgesamt erforderlich ist.

Erst in einem zweiten Schritt erfolgt dann die Verteilung der notwendigen Fahrzeuge auf die einzelnen Einheiten im kommunalen Gebiet. Dabei werden u. a. die Personalstärke und die Personalverfügbarkeit sowie die bauliche Situation am jeweiligen Standort berücksichtigt. Zu beachten sind auch die Lage des Standorts und die Erreichbarkeit der abzudeckenden Einsatzbereiche.

So wird beispielsweise ein Hubrettungsfahrzeug (häufig eine Drehleiter) in der Regel dort stationiert, wo die höchsten Bebauungsstrukturen vorzufinden sind bzw. wo es baurechtlich zwingend vorgehalten werden muss (Stichwort: Zweiter Rettungsweg). Insofern ergibt sich die Stationierung einiger Fahrzeuge aufgrund der Erfordernisse aus den Planungszielen. Anders verhält es sich beispielsweise mit Nachschubfahrzeugen und Fahrzeugen des sogenannten „2. Abmarsches“ (z. B. Logistikfahrzeuge wie GW-L2). Diese in der Regel nicht hilfsfrist-relevanten Fahrzeuge können grundsätzlich relativ frei im kommunalen Gebiet verteilt werden.

In den Gesetzen und Verordnungen einiger Bundesländer ist zwar geregelt, welche konkreten Fahrzeugtypen in welcher Gefährdungs- bzw. Risikoklasse mindestens vorzuhalten sind, darüber hinaus ist eine Einteilung in Einsatzbereiche aber nicht normiert. Diese ergibt sich vielmehr aus den einsatztaktischen Anforderungen, die an die örtliche Feuerwehr gestellt werden. 

In der nachstehenden Darstellung ist exemplarisch ein Fahrzeugkonzept mit Einteilung nach Einsatzbereichen und möglichen Fahrzeugtypen aufgeführt.

Bemessungsstufen Fahrzeugkonzept
Fahrzeug-Technikkonzept

Einflussfaktoren auf das Fahrzeugkonzept


Das Fahrzeugkonzept wird von vielfältigen Faktoren beeinflusst.

Leitlinien für die Beschaffung und Stationierung von Fahrzeugen sind grundsätzlich einsatztaktische Vorgaben, die von der den örtlichen Verhältnissen entsprechenden leistungsfähigen Feuerwehr gemäß den im Feuerwehrbedarfsplan festgelegten Planungszielen zu erfüllen sind. Hierbei ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu wahren. Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Stationierung gilt es gegeneinander abzuwägen.

Oftmals stellt sich beispielsweise die Frage, ob ein neues Sonderfahrzeug tatsächlich noch in das alte Feuerwehrhaus der Einheit A passt und auch von Einheit A adäquat besetzt werden kann oder ob nicht besser eine Stationierung an einem Standort B zielführender wäre. Bei diesen Abwägungen unterstützen wir Sie u. a. mit Fahrzeitenanalysen, Personalverfügbarkeitsanalysen sowie bei der Ermittlung des konkret erforderlichen Fahrzeugtyps.

Uns ist dabei bewusst, dass die Technikausstattung gerade im Bereich der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen auch wesentliches Identifikationsbild und erheblicher Motivationsfaktor ist. Wir sehen uns deshalb nicht zuletzt als objektiver Moderator, der sensibel zwischen den verschiedenen Interessenlagen vermittelt. Dabei haben wir gleichwohl stets die objektiven Fakten im Blick und können deshalb transparente und für alle Beteiligten tragbare Lösungsmöglichkeiten anbieten.
 

Ersatzbeschaffungszyklen


Die kalkulatorische Laufzeit eines Großfahrzeuges (z. B. LF) wird häufig auf 20 bis 25 Jahren geschätzt, die von Kleinfahrzeugen (z. B. MTF) in der Regel mit einem kürzeren Ansatz von 15 bis 20 Jahren. Die tatsächlich mögliche Nutzungsdauer eines Fahrzeuges ist jedoch abhängig vom spezifischen technischen Zustand.

Beispielsweise muss für häufig eingesetzte Fahrzeuge teilweise nach 15 Jahren oder noch früher Ersatz beschafft werden. Bei selten genutzten Fahrzeugen sind je nach Nutzung (u. a. auch abhängig von Unterbringung und Pflege) und je nach Fahrzeugtyp teilweise auch deutlich längere Nutzungszeiten möglich.

Im Hinblick auf die in neuen Fahrzeugen eingebaute Technik (z. B. elektrische/elektronische Bauteile) ist aus Sicht vieler Fachleute allerdings erwartbar, dass sich die Beschaffungszyklen zukünftig reduzieren werden, weil z. B. die Ersatzteilvorhaltung über einen so langen Zeitraum nicht mehr gewährleistet ist.

In einigen Bundesländern werden Zuwendungen durch das Land auf der Grundlage von festgelegten Beschaffungszyklen gewährt. So werden z. B. Zuwendungen durch das Land Hessen auf Basis der Brandschutzförderrichtlinie in der Regel für Fahrzeuge gewährt, deren Nutzungsdauer folgende Richtwerte erreicht hat (Anlage 2, BSFRL):

  • Kommandowagen (KdoW): mindestens 7 Jahre oder 170.000 km
  • Einsatzleitwagen (ELW 1): mindestens 12 Jahre
  • alle anderen Fahrzeuge: mindestens 25 Jahre

Derartige Fördervoraussetzung gibt es so oder ähnlich auch in anderen Bundesländern, sodass die Bezuschussungsmöglichkeiten von Feuerwehrfahrzeugen bei der Festlegung der Beschaffungszyklen im Feuerwehrbedarfsplan sowie bei der Erstellung eines Fahrzeugkonzeptes für die Feuerwehr berücksichtigt werden sollten.

Es ist bei Fahrzeugbeschaffungen zu beachten, dass vor allem einsatzrelevante Großfahrzeuge in der Regel lange Beschaffungsdauern haben können, sodass rechtzeitig vor einem eventuellen Ausfall eine Ersatzbeschaffung vorgesehen werden sollte. Es sind deshalb frühzeitig entsprechende Haushaltsmittel für die Beschaffung zu beantragen und vorzusehen.

Unser Plus für eine leistungsfähige Feuerwehr

Nicht nur im Rahmen einer Bedarfsplanung stehen wir Ihnen mit unserem Fachwissen und unseren Erfahrungen zur Seite.
Gerne unterstützen wir Sie in Workshops losgelöst von einem Bedarfsplan und mit Gutachten oder Stellungnahmen zu Einzelfragen bezüglich der Fahrzeug- und Technikausstattung Ihrer Feuerwehr.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!